Hamster Tagebuch Newton

 

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Newton, Teddyhamster

Hier ist ein Bericht über Newtons Operationen

Ein kleiner, cremefarbener Teddyhamster eroberte im Dezember 1999 unsere Herzen. Nach anfänglichen Eingewöhnungsschwierigkeiten hat er sich schließlich doch an uns gewöhnt und freute sich auf seine abendlich-nächtlichen Streiftouren, die er z.T. durch uns geplant und teilweise auch (nach dem er aus dem Käfig ausgebüchst war) in Eigenregie unternahm.

 

Newton ist ein Teddyhamster, wie er im Buche steht, mit weichem, langem Plüschfell, was etwas Pflege verlangt aber dafür auch einiges kaschiert. So wuchsen

vor ungefähr einem halben Jahr plötzlich an seiner Haut kleine Wucherungen, die zunächst recht klein waren, mit der Zeit aber größer wurden. An seinem Verhalten hat man nichts gemerkt er war munter und frech wie eh und je. Trotzdem konnten wir ihm den Gang zur Tierärztin nicht ersparen. Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir, dass Newton gerne Auto fährt und auch in der tierärztlichen Praxis schien er äußerst neugierig; so viele neue Gerüche! Angst schien Newton überhaupt nicht zu kennen. Die Ärztin mitsamt den Arzthelferinnen waren von Newtons Charme fasziniert und freuten sich über einen Hamster, der nicht beißt. Nun wurde Newton zum ersten Mal untersucht und fand offensichtlich alles sehr aufregend. Die Ärztin diagnostizierte zunächst verstopfte Talgdrüsen und meinte, das sei nicht so schlimm. Vielleicht gingen sie auch von alleine weg. Etwas erleichtert fuhren wir mit Newton wieder nach Hause, der die große Aufmerksamkeit der vielen Damen offensichtlich sehr genossen hat. Weiterhin erfreute uns Newton allabendlich mit seinem aufgeweckten Wesen. Nur eins machte uns zunehmend ernstere Sorgen.

Es stellte sich heraus, dass diese Geschwülste weiter wuchsen. Innerhalb von drei Monaten entdeckten wir immer wieder neue und unterschiedlich große Wucherungen. Die Größte war letztendlich 2 cm im Durchmesser und stand von dem kleinen Hamsterkörper ca. 1cm ab. Mittlerweile wurden mehrere Ärzte um Rat gefragt, die leider mit einer Operation solch kleiner Haustiere wenig Erfahrung hatten und uns schon telefonisch eher davon abrieten. Schließlich kratzte sich Newton bei der täglichen Reinigung ein Geschwür auf und es begann zu bluten. Glücklicherweise stoppte diese Blutung nach kurzer Zeit wieder. Den Kleinen schien das ganze nicht weiter zu stören außer der Tatsache, dass er an bestimmte Körperstellen einfach nicht mehr so gut ran kam. Trotzdem hielten wir es nun nicht mehr aus.

 

Die Situation verschlechterte sich natürlich kurz vor Ostern, wo es generell schwieriger ist, Ärzte zu erreichen und wo Operationen nicht durchgeführt werden. Wir sprachen noch mal mit unserer Ärztin, die anfangs den kleinen Newton nicht operieren wollte und baten um die Operation wenigstens der größeren Wucherungen. Sie willigte nach langem Zögern ein und Dienstag nach Ostermontag bekamen wir endlich einen Termin. Die Ärztin bemerkte am Telefon, dass sie bis jetzt erst 2 solch kleiner Tiere operiert habe, diese jedoch beide überlebt hätten. Außerdem wies sie uns darauf hin, dass es sein könnte, dass der Kleine die Operation nicht überlebt. Dieses Risiko mussten wir hinnehmen, denn es ging um unseren Newton und wir wussten, ohne diese Operation wird er sterben.

Die Veterinärmedizinerin schaute sich Dienstags den kleinen Newton an und sagte, sie wolle möglichst alle Wucherungen entfernen und eine einschicken, um untersuchen zu lassen, worum es sich letztendlich handelt.

Nun wurden wir nach Hause geschickt. Stunden mussten wir warten bis wir wieder telefonisch nachfragen konnten, wie es ihm geht und ob wir ihn am gleichen Tag noch holen können. Dieses Telefonat war eines der zwei schwierigsten in meinem Leben. Noch zitternd hörte ich das Ergebnis: Er kann um 19 Uhr abgeholt werden. Erleichterung machte sich breit. Dann erklärte die Ärztin weiter, dass sie unter dem langen Teddyfell noch viele andere, kleinere Wucherungen fanden, die eventuell mit der Zeit genauso schnell nachwachsen, wie die großen. Sie hatte nur das größte, und bereits entzündete, entfernt und eingeschickt um eine genaue Diagnose zu erhalten. Nun mussten wir noch ein paar Tage warten um herauszufinden, ob es sich um gutartige oder bösartige Tumore handelte.

 

Wieder folgte eine Zeit des Bangens. Newton hingegen schien die Operation wenig ausgemacht zu haben. Zwei Tage lang genoss er das Rotlicht und dann kletterte er wieder in dem Käfig herum. So kannten wir ihn, unseren Newton. Damit er sich nicht verletzt und die frische Naht nicht aufplatzte mussten wir schließlich alles aus dem Käfig entfernen, woran er sich hätte verletzen können. Dann blieb für den Kleinen nicht so viel übrig. Wie erklärt man das einem Hamster? Aber es gab noch ein schlimmeres Problem, was auf uns zukam.  Er hatte noch 2 recht große Tumore, die uns noch sehr große Sorgen machten, weil auch sie nahezu die Größe des ersten erreichten. Ein Tumor war direkt am Hals, so dass Newton Mühe hatte, sich zu putzen.

Nach einige Tagen der Ungewissheit kam das erlösende Ergebnis. Die Tumore sind gutartig. Wir hätten ein Fest feiern können. Im Gespräch mit der Ärztin habe ich dann erfahren, dass es sich um Haarbalgtumore bzw. gutartige Tumore, die von den Segmenten der Haarfollikel ausgehen (lat. Trichoepitheliom follikulum) handelt und dass sie die restlichen Tumore auch operieren wird. Nun klang sie auch schon viel selbstbewusster und eine Operation schien selbstverständlicher als zu Beginn.

 

Nun musste Newton ein zweites Mal unters Messer. Diesmal war es für uns noch schlimmer, weil wir ihn morgens nicht zur Ärztin bringen konnte, so dass wir ihn über Nacht schon dort lassen mussten. Am nächsten Tag kam der zweite schlimmste Anruf  meines Lebens. Und wieder hieß es erleichternd, wir können ihn holen kommen. Voller Aufregung fuhren wir los. In der Praxis angekommen, warteten wir noch ein wenig bis wir aufgerufen wurden. Newton wurde hereingebracht und begann direkt zu fressen. Wieder schien der Besuch beim Arzt Newton nichts auszumachen. Die Ärztin zeigte mir, was alles entfernt wurde: 14 Tumore die zwischen 3 und 24mm groß waren!

 

Newton sah nun wieder wie ein Hamster aus, allerdings mit einer Menge grüner Fäden an den Seiten und am Hals. Er war noch ziemlich benebelt und konnte die Füßchen kaum heben. Trotzdem inspizierte er seinen Käfig genau und suchte nach Futter. Er schien alles gut überstanden zu haben. Nach 4 Tagen wurden seine Nähte noch mal kontrolliert. Alles war gut verheilt. Nach 10 Tagen wurden schließlich die Fäden gezogen. Newton zeigte uns deutlich, dass er das nicht wollte und es war gar nicht so einfach, ihn ruhig zu bekommen. Mit etwas Mühe haben wir es dann doch geschafft. Seit diesem Tag habe ich den Eindruck, gefällt ihm die Praxis nicht mehr so gut und er verzichtet in näherer Zukunft darauf, erneut als Patient dort aufzutauchen.

Newton hat beide Operationen gut überstanden und zeigt durchgehend sein normales Verhalten. Würden die Tumore wiederkommen und Newton immer noch so fit sein, würden wir (und mittlerweile auch die Ärzte) wieder operieren lassen. Allerdings wird Newton erst mal Ruhe haben und sein Leben weiter genießen können. Ohne Operation wäre er innerhalb von zwei Wochen gestorben.

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